Shareconomy: Was bedeutet das CeBIT-Motto 2013?

Das Motto der CeBIT 2013 „Shareconomy“ ist originell und einige haben vermutlich erst wenig von diesem Trend gehört. Was verbirgt sich dahinter und ist das Motto hilfreich für die Messe, wieder an Bedeutung zu gewinnen?

Bedeutet das überraschende Motto „Shareconomy“, dass die CeBIT sich etwas aus dem Zangengriff, in den sie die Consumer Electronics Show und der Mobile World Congress genommen haben, befreit und wieder mehr Profil gewinnt? Oder bedeutet es im Gegenteil, dass die CeBIT sich mit dem eher abseitig scheinenden Thema „Shareconomy“ stärker in eine Nische bewegt, weg von ihrem umfassenden Anspruch?

Endgültig wird sich das wohl erst entscheiden lassen, wenn die CeBIT 2013 vorbei ist und die Deutsche Messe und die Aussteller ihre Bilanzen vorlegen, aber neugierig macht das „Shareconomy“-Motto auf jeden Fall.

Aber viele stellen sich vermutlich die Frage: Was ist „Shareconomy“? Eine Erklärung ist: Shareconomy bedeutet das Bündeln von Ressourcen gemäß „Gemeinsam sind wir stark“.

Shareconomy: Teilen statt Wettbewerb?

Zu teilen ist ein Begriff, der zunächst überraschen mag – geht es im Geschäftsleben doch eher darum, im Wettbewerb zu bestehen. Allerdings wird Teilen hier im Sinne des englischen „to share“ verwendet: Das Geteilte wird zwar gemeinsam genutzt, dadurch aber nicht weniger. Insofern ist „to share“ positiver besetzt als „teilen“.

Teilen von Wissen führt zu vielen Wissenden: Shareconomy. (c) Gerd Altmann / pixelio.de

Teilen von Wissen führt zu vielen Wissenden: Shareconomy. (c) Gerd Altmann / pixelio.de

Wie dieses neue „Teilen“ funktionieren soll, wird auf der CeBIT intensiv diskutiert werden. Ansätze dazu, Wissen frei zu verteilen, gibt es jedenfalls schon länger. Open Source Software wie „Linux“, die frei verfügbar ist, ist schon seit Jahrzehnten zu haben. Das Geld wird im Falle von Linux entweder mit den Services darum herum verdient. Oder eben mit der Hardware, auf der das kostenlose und frei modifizierbare Linux läuft. Hier hilft Teilen, um die Kosten für Software-Entwicklung zu sparen.

Nicht nur grundsätzliche Überlegungen wie die der Open-Source-Fans können zum Teilen führen, sondern auch der schlichte Kostendruck. Die CeBIT-Website führt hier – wenig überraschend – das Beispiel Cloud Computing an: Server werden gemeinsam genutzt und so besser ausgelastet – „geteilt“. Aber auch jenseits der IT sind Kooperationen inzwischen gängig, etwa in der Automobil-Industrie. Die gleiche Plattform wird für viele verschiedene Modelle genutzt, und sogar unterschiedliche Autohersteller kooperieren, um zu bestehen.

Teilen krempelt die Wirtschaft um

Viele weitere Beispiele dafür, wie Dinge geteilt werden, hat das Manager Magazin zusammengestellt: materielle „Shareconomy“. Viel leichter ist natürlich, über das Internet Wissen zu teilen. Denn geteiltes Wissen wird natürlich nicht weniger, sondern steht allen Empfängern zur Verfügung. Ein prominentes Beispiel dafür ist Wikipedia. Diese intellektuelle Shareconomy hat auch wirtschaftliche Auswirkungen: Jahrhunderte alte Lexikonverlage wie Brockhaus oder die Encyclopaedia Britannica können davon ein trauriges Lied singen.

Die technischen Möglichkeiten zu diesem neuen „Teilen“ stellen ganze Industrien vor neue Herausforderungen. Die Musik- und Filmindustrie stecken mitten in den Umbrüchen,  Buch- und Zeitschriftenverlagen beginnen erst, sich auf die Shareconomy einzustellen. Die Umbrüche sind nicht neu; die Debatten über das Urheberrecht und das Leistungsschutzrecht, wie die Schöpfer von Inhalten vergütet werden sollen, wie geistiges Eigentum verteilt und gleichzeitig geschützt wird – all‘ diese Debatten laufen in Deutschland seit Jahren, und das intensiv.

Wenn von der CeBIT 2013 unter dem Motto „Shareconomy“  interessante Impulse für diese Diskussionen ausgehen und es nicht wieder nur um Cloud Computing mit neuem Etikett geht, dann dürfte die CeBIT tatsächlich wieder an Bedeutung gewinnen.

Wir sind gespannt auf die diesjährige CeBIT – Ihr auch? Was ist eure Meinung zu Shareconomy und zur CeBIT 2013? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

Gastbeitrag von Markus Krause
Markus Krause Kommunikation Hamburg


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