20. Dezember 2012

10 Gründe Downton Abbey gut zu finden

Originalbild: ITV / Carnival Films / Nick Briggs Grafik: Pinxit

Originalbild: ITV / Carnival Films / Nick Briggs Grafik: Pinxit

Das erste Mal, dass ich von Downton Abbey gehört habe, war im September 2011. Da saß ich mit Freundinnen beim Afternoon Tee und lauschte der begeisterten Erzählung von Alexandra, die mit der DVD im Gepäck gerade aus England zurück kam. Ich war skeptisch, stand auf dem Standpunkt, dass es keine guten Kostümfilme mehr seit Ang Lees Sinn und Sinnlichkeit gegeben habe und neben den klassischen BBC-Verfilmungen nichts anderes bestehen könne.  Downton Abbey hat mich vom Gegenteil überzeugt. Ich könnte ganze Aufsätze darüber schreiben, warum die Serie zu Recht alle englischen und amerikanischen TV-Preise abräumt, aber hier sind meine 10-Gründe, Downton Abbey entweder an Weihnachten auf ZDFneo anzuschauen, oder sich die DVD zu besorgen:

1. Gut erzählte Geschichte & pure Unterhaltung: Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Downton Abbey erzählt von Liebe, Leidenschaft, Intrigen und Freundschaft. Die Geschichten sind unterhaltsam aber nicht platt. Sie entführen uns sofort in eine andere Zeit, in eine andere Welt, lassen uns teilhaben an Leid und Freud von Figuren, die uns sehr schnell vertraut sind. Downton Abbey ist ein klassisches Melodram aber ohne Kitsch. Für 45 Minuten taucht man komplett ab und vergisst, dass man in einer ganz anderen Zeit lebt – was mehr muss Fernsehen bieten?

© ITV/Carnival Films/Photograph: Nick Briggs - für MASTERPIECE CLASSIC

© ITV/Carnival Films/Photograph: Nick Briggs – für MASTERPIECE CLASSIC

2. Die gute alte Zeit: Die Geschichte beginnt mit dem Untergang der Titanic und streckt sich bis zum Beginn des ersten Weltkriegs. Die Zeitspanne ist clever gewählt. Humorvoll eingesetzt werden die technischen Neuerungen wie die Einführung der Elektrizität, wohingegen die sozialen Umbrüche, wie das Frauenwahlrecht, Grundlage für eine der zahlreichen Storylines bildet. Außerdem ist diese Zeit filmerzählerisch noch nicht so oft bemüht worden wie die 30er und 40er Jahre – es ist also irgendwie politisch korrekt, von der „guten alten Zeit“ zu sprechen.

3. Opulente Bilder: Gut, die erwartet man von einem Kostümdrama, aber die Bilderwelt ist so perfekt komponiert, dass es ein Fest für die Augen ist. Sie trägt maßgeblich zur hohen Qualität der Serie bei.

4. Prachtvolle Kulisse: Downton Abbey, Highclere Castle im richtigen Leben, ist der Kern der Serie. Das Schloss ist der kleinste oder größte gemeinsame Nenner von Herrschaft und Dienerschaft, es führt die einzelnen Erzählungen zusammen und ist das verbindende Glied der Schicksale sowohl von „oben“ als auch „unten“. Entsprechend eindrucksvoll wird das Schloss immer wieder in Szene gesetzt. Da gibt es spektakuläre Außenaufnahmen sowie liebevoll detaillierte Sequenzen von den Innenräumen wie Bibliothek oder Speisesaal.

5. Keine Literaturverfilmung: Downton Abbey hat mit keiner literarischen Vorlage zu kämpfen, was ganz wunderbar ist, weil man nicht vergleicht und kritisiert, ob denn der ein oder andere Charakter dem Roman entspricht oder das ganze nicht sogar früher schon mal viel besser verfilmt wurde. Downton Abbey ist eine Soap über die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts.

6. Liebe zu den Figuren: Keiner der rund 20 Charaktere, die in der Serie vorkommen, werden vorgeführt. Julian Fellowes, der geistige Vater von Downton Abbey, beschreibt jede der Figuren mit der gleichen Aufmerksamkeit. Auch hinter den vermeintlich Bösen stecken mehr liebenswerte Facetten als vielleicht im ersten Moment sichtbar ist.

7. Suchtfaktor: Weil keine der Figuren vorgeführt wird, fällt es leicht, seinen persönlichen Favoriten zu finden. Fellowes ist nicht parteiisch! Er beherrscht es meisterhaft, Figuren weiter zu entwickeln und Traum(liebes)paare zu schaffen, die Phantasie der Fans anzuregen und deren Treue zu verstärken. Die riesige weltweite Fangemeinde beweist es.

Screenshot, ITV/Carnival Films

Screenshot, ITV/Carnival Films

8. Kleine Gesten – große Gefühle: Das hängt sowohl mit den Schauspielern als auch mit dem Drehbuch zusammen. Julian Fellowes muss nicht jeden Gedanken und jede Gefühlslage seiner Figuren verbalisieren, oft wird nur durch Körperhaltung, Blick und Gesten mehr enthüllt als durch Sprache (vgl. gut erzählte Geschichte). Perfektioniert hat dieses minimalistische schauspielerische Prinzip Brendan Coyle alias Mr Bates, der mehr über sich und seine Gefühlswelt aussagt indem er nichts sagt.

Oder aber der Reiz liegt bei der englischen Eigenart der „stiff upper lip“: Wohltuend anders ist es, in einer Zeit in der alle mit allem eine öffentliche Stimme bekommen, Menschen zu beobachten, die ihre Gefühle nicht auf der Zunge tragen.

Maggie Smith als Lady Violet © ITV/Carnival Films/Nick Briggs

Maggie Smith als Lady Violet © ITV/Carnival Films/Nick Briggs

9. Grandiose Schauspieler: Die Mischung aus bekannten (Maggie Smith, Hugh Bonneville) und unbekannten aus älteren und jüngeren Schauspielern ist ein weiterer Reiz der Serie. Damit fühlt sich eine sehr, sehr breite Zuschauergruppe angesprochen. Downton Abbey ist für mich das Paradebeispiel einer alters- und geschlechterlosen Serie. Die Schauspieler sind auch alle durchwegs gut besetzt, schön für England aus solch einem Talentpool schöpfen zu können.

10. Die beliebteste englische TV-Serie seit 30 Jahren: Durchschnittlich 11 Millionen Zuschauer je Folge in England, rund 5 Millionen Zuschauer in Amerika und Millionen weitere Fans in über 200 Ländern können nicht irren!

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